Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen im Schulalltag verstehen und professionell begleiten
13 min
Einleitung
Rund zehn Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland leben mit einer körperlichen Behinderung oder chronischen Erkrankung [1]. Diese Zahl verdeutlicht, wie häufig pädagogische Fachkräfte, Schulbegleiter und Lehrkräfte mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern und Unterstützungsbedarfen konfrontiert sind. Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum, von angeborenen Fehlbildungen wie Spina bifida über erworbene Querschnittslähmungen bis hin zu lebenslang begleitenden Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus. Für viele dieser Kinder und Jugendlichen stellt der Schulalltag besondere Herausforderungen dar, die weit über das rein Fachliche hinausgehen.
Verstehen Sie die medizinischen Hintergründe? Wissen Sie, wie ein epileptischer Anfall im Klassenzimmer zu handhaben ist oder welche Unterstützung ein Kind mit Muskeldystrophie im Sportunterricht benötigt? Dieser Artikel vermittelt Ihnen fundiertes Grundlagenwissen über verschiedene Formen körperlicher Behinderungen und chronischer Erkrankungen, erläutert deren Auswirkungen auf den Schulalltag und zeigt praxisnahe Ansätze für eine kompetente Begleitung. Wer sich in diesem Bereich weiterbilden möchte, findet bei Diingu einen Kurs zu körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen, der speziell auf die Bedürfnisse von Schulbegleitungen zugeschnitten ist.
Was sind körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen und warum sind sie wichtig?
Unter körperlichen Behinderungen versteht man dauerhafte Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates, der Motorik oder anderer körperlicher Funktionen, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken können. Chronische Erkrankungen sind hingegen Gesundheitsstörungen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, oft lebenslang andauern und in Schüben oder Phasen verlaufen können. Die Übergänge zwischen beiden Kategorien sind fließend, denn viele chronische Erkrankungen führen zu körperlichen Einschränkungen, während körperliche Behinderungen oft mit chronischen Gesundheitsproblemen einhergehen.
Zu den häufigsten körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen im Schulalter gehören neuromuskuläre Erkrankungen wie Muskeldystrophie, angeborene Fehlbildungen des Nervensystems wie Spina bifida (offener Rücken), erworbene Schädigungen wie Querschnittslähmungen nach Unfällen, neurologische Erkrankungen wie Epilepsie, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis [2]. Jede dieser Erkrankungen bringt spezifische Herausforderungen mit sich und erfordert ein individuelles Verständnis der medizinischen und psychosozialen Zusammenhänge.
Die Relevanz dieses Themas liegt nicht nur in der steigenden Zahl betroffener Kinder, sondern vor allem in den Anforderungen an inklusive Bildung. Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention haben alle Kinder das Recht auf gemeinsamen Unterricht in Regelschulen [3]. Das bedeutet, dass Lehrkräfte und Schulbegleitungen zunehmend auch für die speziellen Bedürfnisse von Kindern mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen sensibilisiert sein müssen. Ohne fundiertes Wissen über Krankheitsbilder, mögliche Notfallsituationen und pädagogische Handlungsstrategien können gefährliche Situationen entstehen oder Kinder werden unbeabsichtigt ausgegrenzt.
Warum dieses Wissen heute unverzichtbar ist
Inklusion funktioniert nur mit Fachkompetenz
Inklusive Bildung ist mehr als räumliche Integration. Sie erfordert eine fachlich fundierte Auseinandersetzung mit den Bedarfen jedes einzelnen Kindes. Wenn eine Schulbegleitung nicht weiß, wie sie ein Kind mit Spina bifida beim Toilettengang unterstützen soll oder welche Anzeichen auf eine Unterzuckerung bei Diabetes hinweisen, gefährdet das nicht nur die Sicherheit des Kindes, sondern auch dessen soziale Teilhabe. Fachkompetenz schafft Sicherheit für alle Beteiligten und ermöglicht dem Kind, aktiv am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass erfolgreiche Inklusion maßgeblich von der Qualifikation des pädagogischen Personals abhängt [4].
Notfallsituationen erfordern schnelles und korrektes Handeln
Viele chronische Erkrankungen können zu akuten medizinischen Notfällen führen. Ein epileptischer Anfall, eine diabetische Entgleisung oder ein Asthmaanfall erfordern sofortiges, sachkundiges Handeln. Schulbegleitungen und Lehrkräfte müssen die Symptome erkennen, Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Notarzt alarmieren können. Halbwissen oder Unsicherheit können in solchen Momenten fatale Folgen haben. Wer die physiologischen Abläufe versteht und entsprechende Handlungsabläufe verinnerlicht hat, kann Leben retten und Folgeschäden verhindern. Die richtige Reaktion in den ersten Minuten kann entscheidend sein.
Chronische Erkrankungen beeinflussen das Lernen und Verhalten
Kinder mit chronischen Erkrankungen haben oft Fehlzeiten durch Arztbesuche, Therapien oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Schmerzen, Müdigkeit oder Nebenwirkungen von Medikamenten beeinträchtigen die Konzentrationsfähigkeit. Manche Kinder ziehen sich sozial zurück, weil sie sich anders fühlen oder Angst vor Ausgrenzung haben. Andere zeigen Verhaltensauffälligkeiten als Reaktion auf die Belastung durch ihre Erkrankung. Nur wer diese Zusammenhänge kennt, kann angemessen reagieren, individuelle Lernstrategien entwickeln und das Kind emotional unterstützen. Pädagogische Fachkräfte, die um die psychosozialen Auswirkungen wissen, können gezielt Ressourcen stärken und Resilienz fördern.
Eltern und Familien brauchen kompetente Ansprechpartner
Eltern von Kindern mit körperlichen Behinderungen oder chronischen Erkrankungen tragen eine enorme Last. Sie sind oft hochgradig besorgt um das Wohlergehen ihres Kindes in der Schule und benötigen Fachkräfte, denen sie vertrauen können. Eine kompetente Schulbegleitung, die die Erkrankung versteht, therapeutische Maßnahmen im Schulalltag integrieren kann und im Austausch mit Ärzten und Therapeuten steht, entlastet Familien enorm. Vertrauen entsteht durch Fachkenntnis, klare Kommunikation und ein professionelles Auftreten. Wenn Eltern spüren, dass ihr Kind in guten Händen ist, können sie sich besser auf ihre eigenen Aufgaben konzentrieren.
Rechtliche Anforderungen an Schulbegleitung steigen
Die Anforderungen an die Qualifikation von Schulbegleitungen werden zunehmend höher. Träger der Eingliederungshilfe und Schulämter fordern verstärkt Nachweise über Fortbildungen und Fachkenntnisse. Ohne entsprechende Qualifikationen können Haftungsfragen entstehen, wenn es zu Zwischenfällen kommt. Auch aus arbeitsrechtlicher Perspektive ist es wichtig, die eigenen Kompetenzen durch strukturierte Weiterbildung zu erweitern und zu dokumentieren. Professionalisierung sichert nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern auch die eigene berufliche Position.
Gesellschaftliche Teilhabe beginnt in der Schule
Schule ist der zentrale Ort, an dem Kinder lernen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Für Kinder mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen ist dieser Raum oft mit besonderen Hürden verbunden. Barrieren sind nicht nur baulicher, sondern auch sozialer und psychologischer Natur. Eine gut ausgebildete Schulbegleitung kann diese Barrieren abbauen, indem sie dem Kind hilft, seine Potenziale zu entfalten, Freundschaften zu schließen und Selbstvertrauen aufzubauen. Gesellschaftliche Inklusion beginnt mit dem Verständnis und der Akzeptanz von Vielfalt, und Schule ist der Ort, an dem diese Haltung grundgelegt wird.
Häufige Herausforderungen und Stolpersteine
Der Umgang mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen im Schulalltag ist komplex und mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Eine der größten Hürden ist die Informationslücke zwischen medizinischen Fachkräften, Eltern und pädagogischem Personal. Oft fehlt eine strukturierte Übergabe relevanter Informationen. Schulbegleitungen erhalten unvollständige oder veraltete Diagnosen, kennen die aktuelle Medikation nicht oder wissen nicht, welche Notfallmaßnahmen im Einzelfall erforderlich sind. Diese Unsicherheit führt zu Stress auf allen Seiten und kann im Ernstfall gefährlich werden.
Ein weiteres Problem ist die mangelnde Vorbereitung auf Notfälle. Viele Schulen verfügen über keine klaren Notfallpläne für Kinder mit chronischen Erkrankungen. Wer übernimmt welche Aufgabe, wenn ein Kind einen epileptischen Anfall hat? Wo ist das Notfallmedikament gelagert? Wer darf es verabreichen? Diese Fragen sollten im Vorfeld geklärt sein, doch häufig wird erst im Akutfall klar, dass niemand wirklich vorbereitet ist. Auch rechtliche Unsicherheiten spielen eine Rolle. Viele Schulbegleitungen fragen sich, ob sie Medikamente verabreichen dürfen oder ob sie dafür haftbar gemacht werden können. Tatsächlich ist die Rechtslage hier differenziert und hängt vom Einzelfall ab, doch klare Schulungen und Vereinbarungen können Klarheit schaffen.
Die soziale Ausgrenzung ist ein weiterer Stolperstein, der oft unterschätzt wird. Kinder mit sichtbaren körperlichen Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, die besondere Rücksichtnahme erfordern, erleben häufig Ausgrenzung durch Mitschülerinnen und Mitschüler. Unwissenheit, Vorurteile oder einfach kindliche Neugier können zu verletzenden Situationen führen. Hier sind pädagogische Fachkräfte gefragt, die sensibilisieren, aufklären und ein inklusives Klassenklima fördern. Doch ohne eigenes Wissen über die Erkrankung fällt es schwer, anderen diese zu erklären und Verständnis zu wecken.
Auch die körperliche und emotionale Belastung der Schulbegleitung selbst darf nicht außer Acht gelassen werden. Die Arbeit mit Kindern, die schwere gesundheitliche Einschränkungen haben, erfordert nicht nur körperliche Kraft, etwa beim Heben oder Umsetzen, sondern auch emotionale Stabilität. Manche Erkrankungen sind progredient, das heißt, sie verschlechtern sich im Laufe der Zeit. Schulbegleitungen müssen miterleben, wie sich der Gesundheitszustand eines Kindes verschlechtert, und das kann emotional sehr belastend sein. Ohne geeignete Supervision und Selbstfürsorge droht ein Burnout.
Schließlich besteht die Gefahr der Überbehütung. Aus Sorge, dem Kind könnte etwas zustoßen, neigen manche Begleitpersonen dazu, das Kind zu sehr zu beschützen und ihm weniger zuzutrauen, als es tatsächlich leisten kann. Das behindert die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit. Kinder mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen brauchen Unterstützung, aber auch Raum, um eigene Erfahrungen zu machen, Grenzen auszutesten und zu lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Die Balance zwischen Fürsorge und Autonomieförderung zu finden, ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Schulbegleitung.
Anwendung in der Praxis
Wie sieht die Arbeit mit Kindern mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen konkret aus? Ein Beispiel ist die Begleitung eines Kindes mit Spina bifida, einer angeborenen Fehlbildung der Wirbelsäule. Viele dieser Kinder sind auf einen Rollstuhl angewiesen und haben eingeschränkte Blasen- und Darmfunktionen. Die Schulbegleitung übernimmt hier nicht nur die Unterstützung bei der Mobilität, sondern auch beim regelmäßigen Katheterisieren und bei der Toilettenhygiene. Das erfordert sowohl pflegerisches Wissen als auch Sensibilität für die Intimsphäre des Kindes. Gleichzeitig ist es wichtig, das Kind schrittweise in diese Tätigkeiten einzubeziehen, damit es mit zunehmendem Alter mehr Selbstständigkeit erlangt.
Ein anderes häufiges Szenario ist die Begleitung eines Kindes mit Diabetes mellitus Typ 1. Diese Stoffwechselerkrankung erfordert mehrmals täglich die Kontrolle des Blutzuckers und die Verabreichung von Insulin. Schulbegleitungen müssen die Symptome von Über- und Unterzuckerung erkennen können. Eine Hypoglykämie, also Unterzuckerung, äußert sich durch Zittern, Schwitzen, Blässe, Konzentrationsschwäche oder Verhaltensauffälligkeiten. In solchen Momenten muss schnell gehandelt werden, indem dem Kind schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Traubenzucker gegeben werden. Gleichzeitig ist es wichtig, das Kind nicht ständig zu bevormunden, sondern ihm altersgerecht Verantwortung für sein eigenes Diabetesmanagement zu übertragen.
Bei Kindern mit Epilepsie liegt die Hauptaufgabe der Schulbegleitung darin, im Falle eines Anfalls ruhig zu bleiben und das Kind zu schützen. Ein tonisch-klonischer Anfall, früher als Grand-mal-Anfall bezeichnet, kann für Außenstehende sehr beängstigend wirken. Wichtig ist, das Kind vor Verletzungen zu schützen, indem man gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernt, den Kopf polstert und das Kind nach dem Anfall in die stabile Seitenlage bringt. Keinesfalls sollte versucht werden, den Anfall zu unterbrechen oder dem Kind etwas in den Mund zu schieben. Die meisten Anfälle enden von selbst nach wenigen Minuten. Dauert ein Anfall länger als fünf Minuten oder treten mehrere Anfälle hintereinander auf, muss der Notarzt gerufen werden. Viele Kinder mit Epilepsie haben ein Notfallmedikament, dessen Verabreichung mit den Eltern und dem behandelnden Arzt abgesprochen sein sollte.
Auch die Begleitung von Kindern mit neuromuskulären Erkrankungen wie Muskeldystrophie stellt besondere Anforderungen. Diese Erkrankungen führen zu einem fortschreitenden Verlust der Muskelkraft. Betroffene Kinder ermüden schnell, benötigen Pausen und können oft nicht an allen Aktivitäten teilnehmen. Hier ist es wichtig, individuelle Lösungen zu finden, die das Kind weder über- noch unterfordern. Im Sportunterricht können alternative Aufgaben oder angepasste Übungen angeboten werden. Die Schulbegleitung muss auch darauf achten, dass das Kind ergonomisch sitzt und bei Bedarf umgelagert wird, um Druckstellen und Haltungsschäden zu vermeiden.
In allen diesen Beispielen zeigt sich, dass fundiertes Wissen über die jeweilige Erkrankung, deren Verlauf und die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen unerlässlich ist. Vertiefende Informationen und praxisnahe Handlungsempfehlungen bietet der Diingu-Kurs Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen, der gezielt auf die Bedürfnisse von Schulbegleitungen eingeht.
So gelingt der Einstieg
Wer sich als Schulbegleitung, Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen auseinandersetzen möchte, sollte strukturiert vorgehen. Der erste Schritt ist immer die gezielte Informationsbeschaffung. Sprechen Sie mit den Eltern des Kindes, lassen Sie sich die Diagnose und die damit verbundenen Einschränkungen genau erklären. Fragen Sie nach aktuellen Medikamenten, möglichen Nebenwirkungen und Notfallplänen. Auch der Austausch mit behandelnden Ärzten oder Therapeuten kann hilfreich sein, erfordert aber immer das Einverständnis der Eltern.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen, die auch spezielle Notfälle wie epileptische Anfälle oder diabetische Entgleisungen abdecken. Viele Organisationen wie das Rote Kreuz oder die Johanniter bieten entsprechende Fortbildungen an. Auch Krankenkassen und Selbsthilfeverbände stellen oft kostenloses Informationsmaterial zur Verfügung. Je besser Sie vorbereitet sind, desto sicherer werden Sie im Umgang mit Notfallsituationen.
Ebenso zentral ist die Entwicklung einer professionellen Haltung, die sich zwischen Fürsorge und Autonomieförderung bewegt. Überlegen Sie gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und eventuell auch mit Therapeuten, welche Aufgaben das Kind selbst übernehmen kann und wo Unterstützung nötig ist. Fördern Sie Selbstständigkeit, ohne das Kind zu überfordern. Kinder mit körperlichen Behinderungen und chronischen Erkrankungen profitieren enorm davon, wenn sie merken, dass ihnen etwas zugetraut wird.
Die Zusammenarbeit im Team ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Tauschen Sie sich regelmäßig mit Lehrkräften, Therapeuten, Schulleitung und anderen Schulbegleitungen aus. Gemeinsam können Sie Strategien entwickeln, wie der Schulalltag für das betroffene Kind optimal gestaltet werden kann. Regelmäßige Fallbesprechungen oder Hilfeplangespräche bieten hierfür einen strukturierten Rahmen.
Schließlich sollten Sie auch an Ihre eigene Psychohygiene denken. Die Arbeit mit chronisch kranken oder schwer behinderten Kindern kann emotional belastend sein. Suchen Sie sich Unterstützung durch Supervision, kollegiale Beratung oder professionelle Coaching-Angebote. Nur wenn es Ihnen selbst gut geht, können Sie Ihre Aufgaben langfristig mit Engagement und Freude erfüllen.
Passende Weiterbildung bei Diingu
Wenn Sie Ihr Wissen über körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen systematisch vertiefen möchten, bietet Diingu einen spezialisierten Kurs an. Der Kurs Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen richtet sich gezielt an Schulbegleitungen und pädagogische Fachkräfte. Sie lernen die wichtigsten Krankheitsbilder kennen, verstehen deren Auswirkungen auf den Schulalltag und erhalten konkrete Handlungsempfehlungen für Ihre tägliche Arbeit. Die interaktive, KI-gestützte Lernplattform ermöglicht es Ihnen, in Ihrem eigenen Tempo zu lernen und das erworbene Wissen direkt in die Praxis zu übertragen. Eine fundierte Weiterbildung stärkt nicht nur Ihre fachliche Kompetenz, sondern auch Ihr Selbstvertrauen im Umgang mit herausfordernden Situationen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter körperlichen Behinderungen?
Körperliche Behinderungen sind dauerhafte Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates, der Motorik oder anderer körperlicher Funktionen, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken. Dazu gehören angeborene Fehlbildungen wie Spina bifida, erworbene Schädigungen wie Querschnittslähmungen, neuromuskuläre Erkrankungen wie Muskeldystrophie sowie Einschränkungen durch Unfälle oder Operationen. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich und reichen von leichten motorischen Einschränkungen bis hin zu schweren Mehrfachbehinderungen.
Welche chronischen Erkrankungen gibt es bei Kindern?
Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter gehören Diabetes mellitus Typ 1, Asthma bronchiale, Epilepsie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, rheumatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Stoffwechselstörungen. Diese Erkrankungen verlaufen oft phasenweise, sind lebenslang und erfordern eine kontinuierliche medizinische Betreuung. Sie beeinflussen den Schulalltag durch Fehlzeiten, Medikamenteneinnahme, körperliche Einschränkungen und mögliche Notfallsituationen.
Wie unterstützt man Schüler mit körperlichen Behinderungen?
Die Unterstützung erfolgt individuell nach den Bedarfen des Kindes. Dazu gehören bauliche Barrierefreiheit, Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen, pflegerische Unterstützung bei Toilettengängen oder Katheterisierung, Anpassung von Unterrichtsmaterialien, zusätzliche Pausen bei schneller Ermüdung und emotionale Begleitung. Wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit Eltern, Therapeuten und Ärzten sowie die Förderung von Selbstständigkeit und sozialer Teilhabe. Schulbegleitungen spielen hier eine zentrale Rolle.
Was muss bei Epilepsie im Schulalltag beachtet werden?
Bei Epilepsie sollten Lehrkräfte und Schulbegleitungen über die Art der Anfälle, mögliche Auslöser und Notfallmaßnahmen informiert sein. Während eines tonisch-klonischen Anfalls ist es wichtig, das Kind vor Verletzungen zu schützen, Ruhe zu bewahren und nach dem Anfall in die stabile Seitenlage zu bringen. Dauert der Anfall länger als fünf Minuten, muss der Notarzt gerufen werden. Viele Kinder haben ein Notfallmedikament, dessen Verabreichung vorher mit den Eltern und Ärzten besprochen sein sollte. Wichtig ist auch, die Mitschüler altersgerecht aufzuklären, um Ängste und Vorurteile abzubauen.
Welche Fortbildungen gibt es für Schulbegleiter?
Für Schulbegleitungen gibt es verschiedene Fortbildungsangebote, von allgemeinen Qualifizierungen im Bereich Inklusion über spezialisierte Kurse zu einzelnen Behinderungsformen bis hin zu Erste-Hilfe-Kursen und pädagogischen Weiterbildungen. Träger der Eingliederungshilfe, Volkshochschulen, Fachverbände und E-Learning-Plattformen wie Diingu bieten entsprechende Kurse an. Besonders hilfreich sind praxisorientierte Fortbildungen, die konkretes Handlungswissen für den Schulalltag vermitteln und auf die spezifischen Bedarfe der Zielgruppe zugeschnitten sind.
Fazit
Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen prägen den Schulalltag vieler Kinder und stellen pädagogische Fachkräfte vor vielfältige Herausforderungen. Fundiertes Wissen über Krankheitsbilder, Notfallmaßnahmen und pädagogische Handlungsstrategien ist unverzichtbar, um diesen Kindern eine sichere und gleichberechtigte Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist kein theoretisches Zusatzwissen, sondern eine Kernkompetenz inklusiver Bildungsarbeit.
Die Anforderungen an Schulbegleitungen und Lehrkräfte werden weiter steigen. Gesellschaft und Gesetzgeber erwarten zu Recht eine professionelle Begleitung von Kindern mit besonderen Bedarfen. Wer sich heute qualifiziert, investiert nicht nur in die Zukunft der ihm anvertrauten Kinder, sondern auch in die eigene berufliche Entwicklung. Nutzen Sie die vorhandenen Weiterbildungsangebote, tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen aus und bleiben Sie neugierig. Jedes Kind, das dank Ihrer Unterstützung seinen Platz in der Schulgemeinschaft findet, ist der schönste Beweis dafür, dass Inklusion gelingt, wenn sie fachlich fundiert und menschlich getragen wird.
Quellen und weiterführende Links
[1] Bundesministerium für Bildung und Forschung - Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen - https://www.bmbf.de/bmbf/de/bildung/bildung-von-kindern-mit-behinderungen/bildung-von-kindern-mit-behinderungen.html
[2] Robert Koch-Institut - Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2015_1_gesundheit.html
[3] Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen - UN-Behindertenrechtskonvention - https://www.behindertenbeauftragte.de/DE/AS/rechtliches/UN_BRK/un_brk_node.html
[4] Bertelsmann Stiftung - Inklusion in Deutschland - https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2020/september/inklusion-in-deutschland