Die Pausenglocke läutet, während Sarah noch immer neben Leon kniet und versucht, ihn aus seiner akuten Überforderung zu begleiten. Die anderen Kinder strömen in den Hof, doch Sarah bleibt, wie so oft. Erst als Leon ruhiger wird, merkt sie die Verspannung in ihrem Nacken und die aufkommende Erschöpfung. Solche Situationen kennen viele Schulbegleitungen. Eine Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeigt, dass über 60 Prozent der Beschäftigten in der Schulbegleitung regelmäßig emotionale Erschöpfung erleben [1]. Selbstfürsorge Schulbegleitung ist deshalb kein Luxusthema, sondern eine berufliche Grundvoraussetzung. In diesem Artikel erfahren Sie, warum gerade in diesem Berufsfeld die eigene psychische Gesundheit so wichtig ist, welche Herausforderungen typisch sind und wie Sie nachhaltige Strategien für Ihren Alltag entwickeln können.
Wer sich in diesem Bereich weiterbilden möchte, findet bei Diingu einen praxisorientierten Kurs zur Selbstfürsorge: Selbstfürsorge für Schulbegleitungen.
Was ist Selbstfürsorge in der Schulbegleitung und warum ist sie wichtig?
Selbstfürsorge bezeichnet die bewusste und systematische Pflege der eigenen körperlichen, emotionalen und mentalen Gesundheit. Im Kontext der Schulbegleitung bedeutet das konkret, achtsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen, Grenzen zu erkennen und Belastungen aktiv zu regulieren. Es geht nicht um Selbstoptimierung oder darum, noch effizienter zu werden. Vielmehr umfasst Selbstfürsorge alle Maßnahmen, die verhindern, dass die tägliche emotionale Arbeit zu chronischer Überforderung führt.
Schulbegleitungen arbeiten in einem hochsensiblen Umfeld. Sie begleiten Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Unterstützungsbedarfen durch den Schulalltag, oft in Situationen, die emotional herausfordernd sind. Dabei stehen sie zwischen verschiedenen Erwartungen von Eltern, Lehrkräften, dem Träger und natürlich dem begleiteten Kind selbst. Diese Mehrfachbelastung macht das Thema Selbstfürsorge zu einem zentralen Baustein für die langfristige Berufsausübung.
Ohne aktive Selbstfürsorge steigt das Risiko für emotionale Erschöpfung, Burnout und psychosomatische Beschwerden deutlich. Die Weltgesundheitsorganisation betont, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit in helfenden Berufen sind [2]. Für Schulbegleitungen, die oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, verschärft sich diese Problematik zusätzlich.
Gleichzeitig profitiert nicht nur die eigene Gesundheit von guter Selbstfürsorge. Auch die Qualität der Begleitung verbessert sich, wenn Fachkräfte emotional stabil und ressourcenorientiert arbeiten können. Kinder spüren, ob ihre Bezugsperson selbst unter Druck steht oder gelassen reagieren kann. Selbstfürsorge ist damit auch eine Form der professionellen Verantwortung gegenüber den betreuten Kindern.
Warum Selbstfürsorge in der Schulbegleitung heute unverzichtbar ist
Hohe emotionale Anforderungen im Schulalltag
Der Arbeitsalltag von Schulbegleitungen ist geprägt von intensiven Beziehungen und emotional aufgeladenen Situationen. Sie sind häufig die ersten Ansprechpersonen für Kinder in Krisen, bei Konflikten oder Überforderung. Diese Form der emotionalen Arbeit erfordert ständige Aufmerksamkeit, Empathie und schnelle Reaktionsfähigkeit. Anders als in vielen anderen Berufen gibt es kaum Rückzugsmomente während der Betreuungszeit.
Die Begleitung kann Situationen umfassen, in denen Kinder aggressives Verhalten zeigen, sich selbst verletzen oder stark emotional reagieren. Schulbegleitungen müssen in solchen Momenten ruhig und professionell bleiben, obwohl sie selbst von der Intensität der Situation berührt sind. Diese ständige Regulation der eigenen Gefühle kostet Energie und kann langfristig zu emotionaler Überforderung führen, wenn keine bewussten Ausgleichsstrategien vorhanden sind.
Zudem erleben viele Schulbegleitungen eine Form der sekundären Traumatisierung. Sie nehmen die Belastungen und Sorgen der Kinder, die sie begleiten, sehr nah mit. Die Grenze zwischen professioneller Nähe und emotionaler Verstrickung ist oft fließend, besonders wenn intensive Bindungen entstehen. Ohne regelmäßige Reflexion und Entlastung kann dies zu dauerhafter psychischer Belastung führen.
Strukturelle Rahmenbedingungen und ihre Folgen
Viele Schulbegleitungen arbeiten in befristeten Beschäftigungsverhältnissen, oft nur für die Unterrichtszeit bezahlt. Ferien bedeuten häufig Einkommensverlust, Krankheitstage sind finanziell belastend. Diese prekären Arbeitsbedingungen erzeugen zusätzlichen Stress, der über die eigentliche pädagogische Arbeit hinausgeht. Wer sich ständig Sorgen um die eigene finanzielle Sicherheit macht, hat weniger Kapazitäten für emotionale Selbstfürsorge.
Dazu kommt, dass viele Schulbegleitungen als Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer in Schulen arbeiten. Sie gehören nicht zum Kollegium, sind aber auch nicht Teil einer festen Trägerstruktur vor Ort. Diese strukturelle Isolation erschwert den fachlichen Austausch und die kollegiale Unterstützung. Gerade in schwierigen Situationen fehlt oft ein Gegenüber, das entlasten oder beraten kann.
Die Arbeitsbelastung wird zusätzlich durch unklare Zuständigkeiten und fehlende Vorbereitungszeiten verstärkt. Schulbegleitungen sollen flexibel auf verschiedenste Situationen reagieren, erhalten aber oft wenig strukturierte Einarbeitung oder Supervision. Das führt dazu, dass viele sich in ihrer Rolle unsicher fühlen und zusätzlich unter Druck stehen, alles richtig machen zu müssen.
Rollenkonflikte und Abgrenzungsschwierigkeiten
Ein zentraler Stressfaktor für Schulbegleitungen ist die oft unklare Rollenerwartung. Sie sollen das Kind unterstützen, aber nicht zu viel abnehmen. Sie sollen mit Lehrkräften kooperieren, ohne sich aufzudrängen. Sie sollen Nähe zulassen, aber professionelle Distanz wahren. Diese widersprüchlichen Anforderungen erzeugen Unsicherheit und emotionalen Druck. Viele Schulbegleitungen berichten, dass sie sich zwischen den Erwartungen verschiedener Akteure hin und her gerissen fühlen.
Besonders schwierig wird es, wenn Eltern andere Vorstellungen von der Begleitung haben als die Schule oder wenn das Kind selbst die Unterstützung ablehnt. In solchen Situationen müssen Schulbegleitungen vermitteln und ausgleichen, ohne eine klare Machtposition zu haben. Diese ständige Balancearbeit kostet Kraft und führt nicht selten zu dem Gefühl, es niemandem recht machen zu können.
Die Abgrenzung gegenüber dem begleiteten Kind ist ein weiteres heikles Thema. Viele Schulbegleitungen entwickeln enge Bindungen zu den Kindern, die sie betreuen. Das ist einerseits förderlich für die pädagogische Beziehung, kann aber auch dazu führen, dass die eigenen Grenzen überschritten werden. Wer auch in der Freizeit über die Situation des Kindes nachdenkt oder sich für dessen Probleme verantwortlich fühlt, riskiert eine emotionale Überlastung.
Fehlende Anerkennung und ihre Auswirkungen
Trotz der hohen Verantwortung und emotionalen Belastung erfahren Schulbegleitungen oft wenig Wertschätzung. Ihre Arbeit wird als Hilfstätigkeit wahrgenommen, nicht als pädagogische Fachleistung. Diese mangelnde Anerkennung wirkt sich direkt auf das Selbstwertgefühl aus und verstärkt das Risiko für Erschöpfung. Wer sich und seine Arbeit nicht gesehen fühlt, hat es schwerer, die nötige Motivation und Energie aufzubringen.
In vielen Schulen sind Schulbegleitungen nicht in Teambesprechungen eingebunden oder erhalten keine Rückmeldung zu ihrer Arbeit. Sie leisten ihren Beitrag im Hintergrund, ohne dass ihre Expertise aktiv eingefordert wird. Das kann zu dem Gefühl führen, austauschbar und unwichtig zu sein. Solche Erfahrungen nagen langfristig an der psychischen Gesundheit.
Die gesellschaftliche Debatte um Inklusion betont oft die Rechte der Kinder, übersieht aber häufig die Menschen, die diese Inklusion im Alltag praktisch umsetzen. Schulbegleitungen sind die unsichtbaren Stützen des inklusiven Schulsystems, erhalten aber selten die Ressourcen und Unterstützung, die sie für diese anspruchsvolle Aufgabe benötigen.
Auswirkungen auf die Betreuungsqualität
Wenn Schulbegleitungen dauerhaft überlastet sind, leidet nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Qualität der Begleitung. Erschöpfte Fachkräfte haben weniger Geduld, reagieren weniger feinfühlig und können die Bedürfnisse der Kinder schlechter wahrnehmen. Die pädagogische Beziehung, die das Herzstück der Schulbegleitung ist, wird brüchig.
Kinder mit Unterstützungsbedarf sind oft besonders sensibel für die emotionale Verfassung ihrer Bezugspersonen. Sie spüren, wenn die Schulbegleitung gestresst oder genervt ist, auch wenn diese versucht, es zu verbergen. Das kann zu Verunsicherung beim Kind führen und die Situation zusätzlich verschärfen. Ein Teufelskreis entsteht, der für beide Seiten belastend ist.
Langfristig führt mangelnde Selbstfürsorge zu hoher Fluktuation im Berufsfeld. Viele gut ausgebildete und engagierte Menschen verlassen die Schulbegleitung nach wenigen Jahren, weil die Belastung zu groß wird. Das schadet nicht nur dem inklusiven Schulsystem, sondern vor allem den Kindern, die immer wieder neue Bezugspersonen akzeptieren müssen. Stabile Beziehungen, die für die Entwicklung so wichtig sind, werden dadurch unmöglich.
Häufige Herausforderungen und Stolpersteine
Eine zentrale Herausforderung in der Selbstfürsorge ist die Schwierigkeit, eigene Belastungsgrenzen rechtzeitig wahrzunehmen. Viele Schulbegleitungen sind so sehr auf die Bedürfnisse der Kinder fokussiert, dass sie eigene Warnsignale übersehen. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, ständige Müdigkeit oder zunehmende Gereiztheit werden als normal abgetan oder ignoriert. Erst wenn die Erschöpfung bereits chronisch ist, wird das Ausmaß der Belastung bewusst.
Ein weiterer Stolperstein ist die weit verbreitete Haltung, dass Selbstfürsorge egoistisch sei. Gerade in helfenden Berufen herrscht oft die Vorstellung, dass man sich selbst zurücknehmen muss, um für andere da sein zu können. Diese Aufopferungsmentalität wird gesellschaftlich teilweise sogar erwartet und verstärkt. Doch sie führt geradewegs in die Überforderung. Die Fähigkeit, für andere zu sorgen, setzt voraus, dass man auch für sich selbst sorgt.
Viele Schulbegleitungen berichten zudem von Schuldgefühlen, wenn sie sich Auszeiten nehmen oder Grenzen setzen. Sie befürchten, dem Kind nicht gerecht zu werden oder als unprofessionell wahrgenommen zu werden. Diese inneren Konflikte machen es schwer, notwendige Schritte zur Selbstfürsorge konsequent umzusetzen. Die ständige Selbstkritik verstärkt die emotionale Belastung zusätzlich.
Die fehlende institutionelle Unterstützung ist ein struktureller Stolperstein. Während in anderen Bereichen der Sozialarbeit Supervision und Teamreflexion selbstverständlich sind, fehlen diese Angebote für Schulbegleitungen häufig. Träger bieten oft keine regelmäßigen Fortbildungen zur psychischen Gesundheit an, und Schulen haben selten Ressourcen für die Unterstützung externer Fachkräfte. Diese Lücke müssen Schulbegleitungen selbst füllen, was angesichts begrenzter zeitlicher und finanzieller Mittel eine große Hürde darstellt.
Schließlich erschwert auch die Unvorhersehbarkeit des Berufsalltags die Planung von Selbstfürsorge-Maßnahmen. Krisensituationen lassen sich nicht planen, und oft fallen geplante Pausen aus, weil das betreute Kind gerade besondere Unterstützung braucht. Diese Flexibilität ist einerseits notwendig, macht es andererseits aber schwierig, verbindliche Routinen für die eigene Erholung zu etablieren.
Anwendung in der Praxis
Martin begleitet einen Jungen mit Autismus-Spektrum-Störung an einer Gesamtschule. Die morgendliche Ankunft ist oft herausfordernd, weil der Schulweg mit vielen Reizen verbunden ist. Martin hat für sich eine kleine Routine entwickelt: Nach dem ersten Block nimmt er bewusst zwei Minuten im Lehrerzimmer, atmet tief durch und trinkt in Ruhe ein Glas Wasser. Diese kurzen Momente helfen ihm, die Anspannung abzuschütteln und sich für den weiteren Vormittag zu sammeln. Er hat gelernt, dass es nicht egoistisch ist, diese Pausen einzufordern, sondern notwendig für seine Arbeitsfähigkeit.
Auch die Art, wie Martin mit schwierigen Situationen umgeht, hat sich verändert. Früher hat er Konflikte oder herausfordernde Momente mit nach Hause genommen und abends immer wieder durchdacht. Heute nutzt er den Heimweg für ein bewusstes Abschlussritual. Er hört Musik oder einen Podcast und markiert damit innerlich den Übergang von der Arbeit in die Freizeit. Diese Trennung gelingt nicht immer perfekt, aber sie hilft ihm, die emotionale Belastung nicht dauerhaft mitzutragen.
Jessica arbeitet als Schulbegleitung für ein Mädchen mit einer Körperbehinderung. Neben der pflegerischen Unterstützung erlebt sie oft die emotionalen Reaktionen des Mädchens auf Ausgrenzung durch Mitschülerinnen und Mitschüler. Diese Situationen belasten Jessica sehr, weil sie das Mädchen gern vor allen Verletzungen schützen möchte. Durch einen Austausch mit anderen Schulbegleitungen im Rahmen eines Treffens beim Träger hat sie verstanden, dass sie nicht alles auffangen kann und muss. Sie hat gelernt, die Gefühle des Mädchens anzuerkennen, ohne sie zu ihren eigenen zu machen.
Jessica hat außerdem begonnen, ein kurzes Reflexionsjournal zu führen. Einmal pro Woche notiert sie, was sie besonders belastet hat und was gut lief. Das hilft ihr, Muster zu erkennen und bewusst wahrzunehmen, welche Fortschritte das Mädchen macht. Diese positive Fokussierung wirkt der Tendenz entgegen, nur die Probleme zu sehen. Der Diingu-Kurs Selbstfürsorge für Schulbegleitungen hat ihr zusätzliche Impulse gegeben, wie sie auch in stressigen Phasen gut für sich sorgen kann.
Tim ist Schulbegleiter an einer Grundschule und betreut ein Kind mit einer Aufmerksamkeitsstörung. Der Schulalltag ist geprägt von ständiger Bewegung und der Notwendigkeit, flexibel zu reagieren. Tim hat früh gemerkt, dass er ohne körperlichen Ausgleich nicht dauerhaft arbeiten kann. Er geht dreimal pro Woche joggen und nutzt das bewusst als Ventil für angestaute Anspannung. Bewegung ist für ihn eine Form der Selbstfürsorge, die ihm hilft, emotional stabil zu bleiben.
Darüber hinaus hat Tim gelernt, in schwierigen Momenten seine Körperhaltung zu nutzen. Wenn er merkt, dass eine Situation eskaliert, richtet er sich bewusst auf, atmet tief in den Bauch und entspannt seine Schultern. Diese körperliche Selbstregulation gibt ihm das Gefühl von Kontrolle und verhindert, dass er in den Stressmodus verfällt. Solche kleinen Techniken machen im Alltag einen großen Unterschied.
So gelingt der Einstieg
Der erste Schritt zu mehr Selbstfürsorge ist die ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Belastungssituation. Das bedeutet, sich bewusst Zeit zu nehmen und zu reflektieren, welche Situationen besonders anstrengend sind, wo die eigenen Grenzen liegen und welche Ressourcen noch vorhanden sind. Eine einfache Möglichkeit ist, sich am Ende jeder Woche ein paar Minuten zu nehmen und zu notieren, wie es einem geht. Diese Selbstbeobachtung schärft das Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse.
Eine zentrale Kompetenz ist die Fähigkeit zur Abgrenzung. Das heißt nicht, dass man weniger empathisch sein soll, sondern dass man lernt, zwischen den Gefühlen des Kindes und den eigenen zu unterscheiden. Techniken wie die innere Visualisierung können dabei helfen. Man stellt sich vor, dass zwischen einem selbst und dem Kind eine durchlässige Membran ist, die Mitgefühl zulässt, aber nicht alle Emotionen ungefiltert durchlässt. Solche mentalen Bilder mögen abstrakt klingen, können aber im Alltag sehr wirksam sein.
Ebenso wichtig ist die Pflege von Beziehungen außerhalb des beruflichen Kontexts. Freundschaften, Familie und soziale Netzwerke bieten emotionalen Rückhalt und helfen, die beruflichen Erfahrungen in Perspektive zu setzen. Wer nur noch über die Arbeit spricht und denkt, verliert den Zugang zu anderen Lebensbereichen, die Freude und Energie spenden können. Bewusste Zeit mit Menschen, die einem guttun, ist eine Form der Selbstfürsorge, die oft unterschätzt wird.
Der Austausch mit anderen Schulbegleitungen ist ebenfalls wertvoll. Viele Träger bieten regelmäßige Treffen an, doch oft fehlt die Zeit oder die Motivation, daran teilzunehmen. Dennoch lohnt es sich, diese Angebote zu nutzen oder selbst informelle Netzwerke aufzubauen. Der Austausch mit Menschen, die die gleichen Herausforderungen kennen, wirkt entlastend und verhindert das Gefühl, allein mit den Schwierigkeiten zu sein.
Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken können im Alltag integriert werden, ohne dass dafür viel Zeit nötig ist. Atemübungen, kurze Bodyscans oder bewusste Pausen sind Methoden, die auch zwischen zwei Unterrichtsstunden angewendet werden können. Es geht nicht darum, perfekt zu meditieren, sondern darum, immer wieder kleine Momente der Ruhe zu schaffen, in denen man zu sich selbst zurückfindet.
Schließlich ist es hilfreich, sich realistische Erwartungen zu setzen. Niemand kann immer alles richtig machen, und niemand kann jede Situation perfekt meistern. Fehler und schwierige Momente gehören zum Berufsalltag dazu. Eine selbstmitfühlende Haltung, die auch eigene Unzulänglichkeiten akzeptiert, schützt vor übermäßiger Selbstkritik und den damit verbundenen emotionalen Belastungen.
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte und konkrete Handlungsstrategien für den eigenen Alltag entwickeln will, findet im Diingu-Kurs Selbstfürsorge für Schulbegleitungen praxisnahe Empfehlungen und Reflexionsanregungen, die genau auf die Herausforderungen des Berufsfeldes zugeschnitten sind.
Passende Weiterbildung bei Diingu
Das Thema Selbstfürsorge ist komplex und individuell unterschiedlich. Deshalb kann eine strukturierte Weiterbildung wertvolle Impulse geben und dabei helfen, die eigenen Strategien zu entwickeln. Der Kurs Selbstfürsorge für Schulbegleitungen bei Diingu vermittelt praxiserprobte Empfehlungen zum Umgang mit Stress und Überforderung.
Der Kurs behandelt die typischen Ursachen und Risikofaktoren für emotionale Überforderung im Kontext Schulbegleitung und bietet konkrete Ansätze zur Förderung der eigenen psychischen Gesundheit. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die vorgestellten Methoden wirklich im oft hektischen Schulalltag umsetzbar sind. Die interaktive Lernplattform ermöglicht es, die Inhalte im eigenen Tempo zu bearbeiten und direkt auf die eigene Situation zu übertragen. Für alle, die ihre Selbstfürsorge ernst nehmen und nachhaltig in ihre berufliche Praxis integrieren möchten, ist dieser Kurs eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit und Professionalität.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Selbstfürsorge für Schulbegleitungen wichtig?
Selbstfürsorge ist wichtig, weil Schulbegleitungen täglich hohen emotionalen Belastungen ausgesetzt sind. Ohne bewusste Strategien zur Regeneration steigt das Risiko für Burnout, emotionale Erschöpfung und psychosomatische Beschwerden. Selbstfürsorge ermöglicht es, langfristig im Beruf zu bleiben und gleichzeitig eine gute Betreuungsqualität aufrechtzuerhalten. Sie ist keine Selbstoptimierung, sondern eine notwendige professionelle Kompetenz, die die eigene Gesundheit und die Qualität der pädagogischen Beziehung schützt.
Welche Anzeichen deuten auf Überforderung bei Schulbegleitern hin?
Typische Warnsignale sind chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, häufige Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Emotional zeigt sich Überforderung oft durch erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe oder das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Viele Betroffene berichten auch von Konzentrationsschwierigkeiten und dem Gefühl, ständig an die Arbeit denken zu müssen. Wenn mehrere dieser Symptome über längere Zeit auftreten, sollte das als ernstes Signal für notwendige Veränderungen verstanden werden.
Wie kann ich als Schulbegleiter für mich selbst sorgen?
Selbstfürsorge beginnt mit der bewussten Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Konkrete Strategien umfassen regelmäßige Pausen im Arbeitsalltag, körperlichen Ausgleich durch Bewegung, den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie die klare Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit. Auch Achtsamkeitsübungen, Reflexionstagebücher und die Pflege sozialer Beziehungen außerhalb der Arbeit sind hilfreich. Wichtig ist, dass Selbstfürsorge nicht als zusätzliche Belastung empfunden wird, sondern als selbstverständlicher Teil des Berufsalltags integriert wird.
Was hilft gegen Stress in der Schulbegleitung?
Gegen akuten Stress helfen kurzfristige Techniken wie bewusstes Atmen, kurze Bewegungspausen oder der Wechsel des Raums, wenn möglich. Langfristig ist es wichtig, Stressoren zu identifizieren und wo möglich zu reduzieren. Das kann durch verbesserte Kommunikation mit dem Team, klarere Rollenabsprachen oder die Teilnahme an Supervisionsangeboten geschehen. Auch der Aufbau von Ressourcen wie sozialen Netzwerken, Hobbys und Ausgleichsaktivitäten stärkt die Widerstandsfähigkeit. Strukturierte Weiterbildungen zum Thema Stressbewältigung können zusätzlich wertvolle Impulse geben.
Wie vermeide ich Burnout als Schulbegleiter?
Burnout-Prävention erfordert eine Kombination aus Selbstfürsorge, struktureller Unterstützung und realistischen Erwartungen. Wichtig ist, frühzeitig auf Warnsignale zu achten und gegenzusteuern, bevor die Erschöpfung chronisch wird. Regelmäßige Reflexion, der Austausch mit anderen Fachkräften und die Inanspruchnahme von Supervision oder Beratung sind präventive Maßnahmen. Ebenso entscheidend ist die Akzeptanz, dass man nicht alle Probleme lösen kann und dass Pausen und Grenzen keine Schwäche, sondern professionelle Notwendigkeit sind. Eine gute Burnout-Prävention bedeutet auch, die eigenen Arbeitsbedingungen kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls Veränderungen anzustreben.
Fazit
Selbstfürsorge Schulbegleitung ist kein optionales Extra, sondern eine grundlegende Voraussetzung für nachhaltige und qualitativ hochwertige Arbeit im inklusiven Schulalltag. Die emotionalen Anforderungen, strukturellen Belastungen und häufig prekären Arbeitsbedingungen machen dieses Berufsfeld besonders anfällig für Überforderung und Burnout. Wer die eigenen Grenzen kennt, bewusst Ressourcen aufbaut und Selbstfürsorge als professionelle Kompetenz begreift, schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern verbessert auch die Beziehung zum begleiteten Kind.
Es braucht Mut, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich gegen die weit verbreitete Aufopferungsmentalität zu stellen. Doch gerade in einem Berufsfeld, das so stark auf Beziehung und emotionaler Präsenz basiert, ist es unverzichtbar, auch für sich selbst zu sorgen. Die vorgestellten Strategien sind keine Patentrezepte, aber sie bieten Ansatzpunkte, um den eigenen Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden zu finden. Selbstfürsorge ist ein fortlaufender Prozess, der Aufmerksamkeit und Übung erfordert, sich aber in jeder Hinsicht lohnt. Wer heute beginnt, kleine Schritte zu gehen, investiert in eine langfristige berufliche Zukunft, in der Engagement und Gesundheit kein Widerspruch sein müssen.
Quellen und weiterführende Links
[1] Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Belastungen in der Schulbegleitung - https://www.gew.de/schule/inklusion/schulbegleitung
[2] Weltgesundheitsorganisation - Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz - https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work
[3] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Psychische Belastung und Beanspruchung im Berufsleben - https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitswelt-und-Arbeitsschutz-im-Wandel/Arbeitsweltberichterstattung/Psychische-Belastungen/Psychische-Belastungen.html
[4] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - Stressbewältigung und Selbstfürsorge - https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2019-11-28-stress-im-alltag-erkennen-und-bewaeltigen