Kinder verhalten sich manchmal auf eine Weise, die das Kita-Team vor Fragen stellt. Ein Kind zieht sich plötzlich zurück. Ein anderes Kind reagiert häufig aggressiv. Oder ein Elterngespräch verlief schwierig. In solchen Situationen hilft es, gemeinsam im Team nachzudenken. Genau dafür gibt es die Fallbesprechung (ein strukturiertes Beratungsgespräch im Team über eine konkrete Situation aus dem Kita-Alltag).
Fallbesprechungen sind ein wertvolles Werkzeug für die pädagogische Arbeit. Sie helfen dabei, das eigene Handeln zu reflektieren und neue Ideen zu entwickeln. [1] Gleichzeitig stärken sie den Zusammenhalt im Team. Wer sich in diesem Bereich weiterbilden möchte, findet bei Diingu einen passenden Kurs: Kollegiale Fallbesprechungen.
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um die Fallbesprechung in der Kita. Sie lernen den typischen Ablauf kennen, verschiedene Methoden und hilfreiche Tipps für die Praxis.
Was ist eine Fallbesprechung in der Kita?
Eine Fallbesprechung ist ein geplantes Gespräch im pädagogischen Team. Dabei wird ein konkreter Fall (eine bestimmte Situation mit einem Kind, einer Familie oder im Team) gemeinsam besprochen. [3]
Das Ziel ist nicht immer, sofort eine Lösung zu finden. Vielmehr geht es darum, die Situation besser zu verstehen. [6] Das Team betrachtet den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln. So entstehen neue Ideen und Handlungsmöglichkeiten.
Warum sind Fallbesprechungen wichtig?
Fallbesprechungen erfüllen mehrere wichtige Aufgaben:
- Reflexion: Fachkräfte denken gemeinsam über ihr pädagogisches Handeln nach.
- Perspektivwechsel: Verschiedene Sichtweisen auf eine Situation werden sichtbar.
- Fachwissen nutzen: Das vorhandene Wissen und die Erfahrung im Team werden gebündelt. [7]
- Entlastung: Die fallgebende Person (die Person, die den Fall einbringt) fühlt sich nicht mehr allein mit dem Problem.
- Qualität sichern: Die pädagogische Arbeit wird gezielt verbessert. [1]
Abgrenzung: Was eine Fallbesprechung nicht ist
Eine Fallbesprechung ist kein lockeres Gespräch in der Pause. Sie ist auch keine Supervision (professionelle Begleitung durch eine externe Fachperson). Und sie ist kein Ort für Schuldzuweisungen oder Bewertungen einzelner Kolleginnen und Kollegen.
Eine Fallbesprechung folgt einer klaren Struktur. Sie findet in einem geschützten Rahmen statt. Und sie hat das Ziel, gemeinsam weiterzukommen. [5]
Typische Anlässe für Fallbesprechungen
In der Kita gibt es viele Situationen, die sich für eine Fallbesprechung eignen. Hier sind einige häufige Beispiele: [3] [5]
- Herausforderndes Verhalten: Ein Kind zeigt häufig Aggression, zieht sich zurück oder verweigert die Teilnahme an Aktivitäten.
- Entwicklungsauffälligkeiten: Fachkräfte beobachten Besonderheiten in der Sprache, Motorik oder im Sozialverhalten eines Kindes.
- Schwierige Elterngespräche: Ein Gespräch mit Eltern verlief konfliktreich oder eine Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig.
- Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Es gibt Anzeichen, dass das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte.
- Inklusion: Die Begleitung eines Kindes mit Behinderung oder besonderem Förderbedarf erfordert neue Strategien.
- Übergangssituationen: Die Eingewöhnung eines Kindes verläuft schwierig oder der Übergang in die Schule steht bevor.
- Belastende Situationen: Fachkräfte fühlen sich in einer bestimmten Situation überfordert oder unsicher.
Gerade im Bereich der Inklusion (das gemeinsame Lernen und Leben von Kindern mit und ohne Behinderung) sind regelmäßige Fallbesprechungen besonders wertvoll. Sie helfen dabei, individuelle Unterstützungsstrategien zu entwickeln. [1] Mehr zu den Grundlagen der inklusiven Arbeit in der Kita erfahren Sie im Diingu-Kurs Grundlagen der Kita-Begleitung.
Der Ablauf einer Fallbesprechung: Das 6-Phasen-Modell
Der typische Ablauf einer Fallbesprechung folgt einem bewährten 6-Phasen-Modell. Dieses Modell gibt dem Gespräch eine klare Struktur. So wird sichergestellt, dass alle Schritte beachtet werden. [1] [5]
Phase 1: Fallvorstellung
Die fallgebende Person schildert die Situation. Sie beschreibt den Fall möglichst sachlich und konkret. Dabei beantwortet sie Fragen wie:
- Um welches Kind oder welche Situation geht es?
- Was genau ist passiert?
- Was hat die Person selbst bereits versucht?
- Was belastet oder beschäftigt sie dabei?
Wichtig: Alle anderen hören in dieser Phase nur zu. Sie unterbrechen nicht und geben keine Kommentare ab.
Tipp: Es hilft, den Fall vorher kurz schriftlich vorzubereiten. So vergisst die fallgebende Person keine wichtigen Details.
Phase 2: Nachfragen und Verständnisfragen
Jetzt darf die Gruppe Fragen stellen. Diese Fragen dienen nur dem besseren Verständnis. Es geht noch nicht um Bewertungen oder Ratschläge.
Gute Verständnisfragen sind zum Beispiel:
- "Wie oft tritt dieses Verhalten auf?"
- "In welchen Situationen passiert das besonders häufig?"
- "Wie reagieren die anderen Kinder darauf?"
- "Haben die Eltern etwas dazu gesagt?"
Tipp: Die Moderation (die Person, die das Gespräch leitet) achtet darauf, dass in dieser Phase wirklich nur Fragen gestellt werden. Keine versteckten Ratschläge wie "Hast du schon mal versucht, ...?"
Phase 3: Problemdefinition und Schlüsselfrage
Gemeinsam wird nun die Schlüsselfrage (die zentrale Fragestellung des Falls) herausgearbeitet. Was genau soll in dieser Fallbesprechung bearbeitet werden?
Beispiele für Schlüsselfragen:
- "Wie können wir Kind X dabei unterstützen, Konflikte ohne Aggression zu lösen?"
- "Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit den Eltern von Kind Y neu?"
- "Welche Anpassungen braucht Kind Z für eine gelingende Eingewöhnung?"
Tipp: Eine gut formulierte Schlüsselfrage ist konkret und lösungsorientiert. Vermeiden Sie zu allgemeine Fragen wie "Was sollen wir mit dem Kind machen?"
Phase 4: Beratung und Ideensammlung
Dies ist die kreativste Phase. Die Gruppe entwickelt nun Ideen, Hypothesen (Vermutungen über mögliche Ursachen) und Handlungsvorschläge. [8]
Dabei gelten folgende Regeln:
- Alle Ideen sind willkommen, auch ungewöhnliche.
- Es wird nicht bewertet oder kritisiert.
- Die fallgebende Person hört nur zu und macht sich Notizen.
- Verschiedene Perspektiven werden einbezogen.
Tipp: Methoden wie Brainstorming (freies Sammeln von Ideen) oder Kopfstandmethode (Was müssten wir tun, damit es schlimmer wird?) können diese Phase bereichern.
Phase 5: Stellungnahme der fallgebenden Person
Nun ist die fallgebende Person wieder an der Reihe. Sie gibt Rückmeldung zu den gesammelten Ideen:
- Welche Vorschläge findet sie hilfreich?
- Was möchte sie ausprobieren?
- Welche neuen Erkenntnisse hat sie gewonnen?
- Was passt nicht zur Situation?
Tipp: Die fallgebende Person muss nicht alle Vorschläge annehmen. Sie entscheidet selbst, was für sie und die Situation stimmig ist.
Phase 6: Abschluss und Vereinbarungen
Zum Schluss werden konkrete nächste Schritte festgehalten: [5]
- Was wird als Nächstes getan?
- Wer übernimmt welche Aufgabe?
- Bis wann sollen die Schritte umgesetzt werden?
- Wann findet eine Nachbesprechung statt?
Tipp: Halten Sie die Vereinbarungen schriftlich fest. So gehen keine Ergebnisse verloren. Ein kurzes Protokoll reicht aus.
Zeitlicher Rahmen
Planen Sie für eine Fallbesprechung mindestens 60 bis 90 Minuten ein. [7] Die Zeit verteilt sich ungefähr so:
| Phase | Dauer (ca.) |
|---|---|
| 1. Fallvorstellung | 10 bis 15 Minuten |
| 2. Nachfragen | 10 Minuten |
| 3. Schlüsselfrage | 5 bis 10 Minuten |
| 4. Beratung / Ideensammlung | 20 bis 30 Minuten |
| 5. Stellungnahme | 10 Minuten |
| 6. Abschluss / Vereinbarungen | 5 bis 10 Minuten |
Rollen in der Fallbesprechung
Für eine gelingende Fallbesprechung ist es wichtig, klare Rollen zu verteilen. [5] [8] Jede Rolle hat eine bestimmte Aufgabe:
Die fallgebende Person
- Bringt den Fall ein und schildert die Situation.
- Formuliert die Schlüsselfrage.
- Hört in der Beratungsphase zu und macht Notizen.
- Gibt am Ende Rückmeldung.
Die Moderation
- Leitet durch die einzelnen Phasen.
- Achtet auf die Einhaltung der Regeln.
- Sorgt für ein gutes Zeitmanagement.
- Stellt sicher, dass alle zu Wort kommen.
Die beratenden Personen
- Stellen Verständnisfragen.
- Bringen Ideen und Perspektiven ein.
- Achten auf eine wertschätzende Sprache.
Die protokollierende Person (optional)
- Hält die wichtigsten Ergebnisse schriftlich fest.
- Notiert die vereinbarten nächsten Schritte.
Tipp: Wechseln Sie die Rollen regelmäßig. So lernen alle Teammitglieder die verschiedenen Perspektiven kennen. Wer mehr über gute Zusammenarbeit im Kita-Team erfahren möchte, findet hilfreiche Inhalte im Diingu-Kurs Kooperation mit dem Kita-Team.
Methoden der Fallbesprechung im Überblick
Es gibt verschiedene Methoden für Fallbesprechungen. Jede hat ihre eigenen Schwerpunkte. Hier stellen wir die drei wichtigsten vor.
Kollegiale Fallberatung (Intervision)
Die kollegiale Fallberatung (auch Intervision genannt, also gegenseitige Beratung ohne externe Fachperson) ist die am weitesten verbreitete Methode. [7] [8]
So funktioniert sie:
- Eine Gruppe von Fachkräften berät sich gegenseitig.
- Es gibt einen festen Ablauf mit verteilten Rollen.
- Keine externe Begleitung nötig.
- Das vorhandene Fachwissen im Team wird genutzt.
Vorteile:
- Stärkt die Teamkultur und den Zusammenhalt.
- Verursacht keine zusätzlichen Kosten.
- Kann regelmäßig und flexibel durchgeführt werden.
- Fördert die fachliche Kompetenz aller Beteiligten.
Tipp: Beginnen Sie mit einfachen Fällen, wenn Ihr Team noch keine Erfahrung mit kollegialer Fallberatung hat. So kann sich die Gruppe an den Ablauf gewöhnen.
Lösungsorientierte Fallbesprechung
Diese Methode legt den Fokus bewusst auf Ressourcen (Stärken und Fähigkeiten) statt auf Probleme. [4]
Kernprinzipien:
- Ressourcenorientierter Blick: Was kann das Kind gut? Was gelingt bereits?
- Wertschätzende Sprache: Wie sprechen wir über das Kind? Vermeiden wir Etikettierungen (zum Beispiel "das aggressive Kind")?
- Fokus auf erwünschtes Verhalten: Was soll das Kind stattdessen tun?
- Kleine, konkrete Schritte: Was ist der nächste kleine Schritt, der möglich ist?
Beispiel: Statt zu fragen "Warum schlägt Kind X immer die anderen Kinder?" fragt man: "In welchen Situationen spielt Kind X friedlich mit anderen? Was können wir tun, damit diese Situationen häufiger werden?"
Wer sich für ressourcenorientiertes Arbeiten interessiert, findet beim Diingu-Kurs Ressourcenorientiert arbeiten vertiefende Inhalte.
Fallbesprechung im Kinderschutz
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat eine spezielle Methode für Fälle im Kinderschutz entwickelt. [2] [9] Diese Methode eignet sich besonders für komplexe Situationen, in denen das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte.
Besonderheiten:
- Systematische Analyse von Risiken und Schutzfaktoren.
- Einbeziehung aller am Fall beteiligten Fachkräfte.
- Klare Handlungsschritte und Dokumentation.
- Spezielle Vorlagen und Arbeitshilfen verfügbar.
Wichtig: Bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gelten besondere gesetzliche Vorgaben. Die Fallbesprechung ersetzt hier nicht die Einschaltung einer insoweit erfahrenen Fachkraft (eine speziell qualifizierte Person für Kinderschutzfragen). Mehr zum Thema Kinderschutz erfahren Sie im Diingu-Kurs Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung.
Vergleich der drei Methoden
| Merkmal | Kollegiale Fallberatung | Lösungsorientiert | Kinderschutz (NZFH) |
|---|---|---|---|
| Fokus | Vielfältige Perspektiven | Ressourcen und Stärken | Risiken und Schutzfaktoren |
| Dauer | 60 bis 90 Minuten | 60 bis 90 Minuten | 90 bis 120 Minuten |
| Externe Leitung nötig? | Nein | Nein | Empfohlen |
| Geeignet für | Alltägliche Fälle | Verhaltensthemen | Kinderschutzfälle |
| Dokumentation | Empfohlen | Empfohlen | Pflicht |
Voraussetzungen für gelingende Fallbesprechungen
Damit Fallbesprechungen in der Kita wirklich wirksam sind, braucht es bestimmte Rahmenbedingungen. [3] [5] [7]
Organisatorische Voraussetzungen
- Regelmäßige Termine: Planen Sie feste Termine im Teamkalender ein. Einmal im Monat oder alle zwei Wochen ist ein guter Rhythmus.
- Ausreichend Zeit: Mindestens 60 bis 90 Minuten pro Sitzung einplanen.
- Ruhiger Raum: Die Fallbesprechung sollte ungestört stattfinden können.
- Verbindliche Teilnahme: Alle relevanten Teammitglieder sollten regelmäßig teilnehmen.
Haltung und Gesprächskultur
- Vertraulichkeit: Was in der Fallbesprechung besprochen wird, bleibt im Raum.
- Wertschätzung: Alle Beiträge werden respektiert. Es gibt keine dummen Fragen oder falschen Ideen.
- Keine vorschnellen Bewertungen: Erst zuhören und verstehen, dann beraten.
- Freiwilligkeit: Niemand wird gezwungen, einen Fall einzubringen.
- Offenheit: Bereitschaft, eigene Sichtweisen zu hinterfragen.
Dokumentation
- Halten Sie die Ergebnisse jeder Fallbesprechung schriftlich fest.
- Notieren Sie die Schlüsselfrage, die wichtigsten Ideen und die vereinbarten Schritte.
- Überprüfen Sie bei der nächsten Sitzung, ob die Vereinbarungen umgesetzt wurden.
Tipp: Erstellen Sie eine einfache Vorlage für das Protokoll. Das spart Zeit und sorgt für Einheitlichkeit.
Praktische Tipps für den Einstieg
Sie möchten Fallbesprechungen in Ihrer Kita einführen oder verbessern? Hier sind konkrete Tipps für den Start:
Schritt für Schritt beginnen
- Informieren Sie das Team: Erklären Sie, was eine Fallbesprechung ist und welchen Nutzen sie hat.
- Vereinbaren Sie Regeln: Legen Sie gemeinsam Gesprächsregeln fest (zum Beispiel Vertraulichkeit, keine Bewertungen).
- Starten Sie mit einem einfachen Fall: Wählen Sie für die erste Sitzung eine Situation, die nicht zu komplex ist.
- Verteilen Sie die Rollen: Bestimmen Sie Moderation, fallgebende Person und protokollierende Person.
- Reflektieren Sie den Prozess: Sprechen Sie nach den ersten Sitzungen darüber, wie der Ablauf verbessert werden kann.
Häufige Stolpersteine vermeiden
- Zu viele Ratschläge zu früh: Achten Sie darauf, dass in der Nachfragephase wirklich nur Fragen gestellt werden.
- Zu wenig Zeit: Kürzen Sie die Fallbesprechung nicht ab. Alle Phasen sind wichtig.
- Fehlende Verbindlichkeit: Ohne konkrete Vereinbarungen am Ende bleibt die Besprechung folgenlos.
- Immer dieselben Rollen: Wechseln Sie regelmäßig, damit alle Erfahrung sammeln.
- Zu große Gruppen: Ideal sind 4 bis 8 Personen. Bei größeren Teams können Sie Untergruppen bilden.
Kommunikation verbessern
Gute Fallbesprechungen brauchen gute Kommunikation. Dazu gehören aktives Zuhören, offene Fragen stellen und wertschätzendes Feedback geben. Wer diese Fähigkeiten vertiefen möchte, findet hilfreiche Inhalte im Diingu-Kurs Grundlagen der Kommunikation und Konfliktbewältigung.
Ein Praxisbeispiel: Fallbesprechung zu herausforderndem Verhalten
Um den Ablauf greifbar zu machen, hier ein vereinfachtes Beispiel:
Situation: Ein vierjähriges Kind wirft regelmäßig Spielzeug durch den Raum und schubst andere Kinder.
Phase 1 (Fallvorstellung): Die zuständige Fachkraft schildert die Situation. Sie beschreibt, wann das Verhalten auftritt, wie oft und wie sie bisher reagiert hat.
Phase 2 (Nachfragen): Das Team fragt nach: "Gibt es bestimmte Auslöser?" "Wie reagiert das Kind, wenn man es anspricht?" "Was sagen die Eltern dazu?"
Phase 3 (Schlüsselfrage): "Wie können wir Kind X dabei unterstützen, seine Gefühle anders auszudrücken?"
Phase 4 (Ideensammlung): Das Team sammelt Ideen: Gefühlskarten einsetzen, eine Rückzugsecke einrichten, Bewegungsangebote vor Gruppenaktivitäten, Elterngespräch führen, Beobachtungsbogen nutzen.
Phase 5 (Stellungnahme): Die Fachkraft findet die Idee mit den Gefühlskarten und der Rückzugsecke besonders hilfreich.
Phase 6 (Vereinbarungen): Die Fachkraft richtet bis nächste Woche eine Rückzugsecke ein. Eine Kollegin besorgt Gefühlskarten. In vier Wochen wird der Fall erneut besprochen.
Fallbesprechungen und Teamkultur
Regelmäßige Fallbesprechungen verändern die Teamkultur positiv. [7] Sie fördern:
- Gegenseitiges Vertrauen: Fachkräfte lernen, offen über Herausforderungen zu sprechen.
- Gemeinsame Verantwortung: Probleme werden nicht mehr als Einzelprobleme gesehen, sondern als Teamaufgabe.
- Fachliche Weiterentwicklung: Alle lernen voneinander und erweitern ihre pädagogischen Handlungsmöglichkeiten.
- Entlastung: Schwierige Situationen werden geteilt. Das beugt Überlastung und Burnout vor.
Wenn es im Team auch Konflikte gibt, die über den Rahmen einer Fallbesprechung hinausgehen, kann der Diingu-Kurs Konfliktlösungskompetenz im Kita-Team wertvolle Impulse geben.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Eine Fallbesprechung ist ein strukturiertes Beratungsgespräch im Team über eine konkrete Situation.
- Der 6-Phasen-Ablauf gibt dem Gespräch eine klare Struktur: Fallvorstellung, Nachfragen, Schlüsselfrage, Ideensammlung, Stellungnahme, Vereinbarungen.
- Klare Rollen (Fallgebende Person, Moderation, Beratende, Protokoll) sind wichtig für einen guten Ablauf.
- Es gibt verschiedene Methoden: kollegiale Fallberatung, lösungsorientierte Fallbesprechung und Fallbesprechung im Kinderschutz.
- Regelmäßigkeit, Vertraulichkeit und Wertschätzung sind die wichtigsten Voraussetzungen.
- Beginnen Sie mit einfachen Fällen und entwickeln Sie die Methode gemeinsam im Team weiter.
Fallbesprechungen sind kein zusätzlicher Aufwand. Sie sind eine Investition in die Qualität Ihrer pädagogischen Arbeit und in das Wohlbefinden Ihres Teams.
Passende Weiterbildungen bei Diingu
Wenn Sie Fallbesprechungen in Ihrer Kita einführen oder Ihre Kompetenzen vertiefen möchten, bietet Diingu passende Online-Kurse:
- Kollegiale Fallbesprechungen: Lernen Sie, wie kollegiale Fallbesprechungen als strukturierte und praxisnahe Methode wirksam eingesetzt werden können.
- Kooperation mit dem Kita-Team: Grundlagen der Zusammenarbeit im Kita-Team, eine zentrale Voraussetzung für gelingende Fallbesprechungen.
- Ressourcenorientiert arbeiten: Der stärkenorientierte Blick als Grundhaltung für lösungsorientierte Fallbesprechungen.
- Konfliktlösungskompetenz im Kita-Team: Konflikte im Team frühzeitig erkennen und konstruktiv begleiten.
- Grundlagen der Kommunikation und Konfliktbewältigung: Kommunikationsprinzipien, die für die Gesprächsführung in Fallbesprechungen wichtig sind.
Quellen und weiterführende Links
[1] Fallbesprechung in der Kita: Ablauf, Methoden und Beispiele - https://www.erzieherin-ausbildung.de/praxis/fallbesprechung-der-kita-ablauf-methoden-und-beispiele
[2] Fallbesprechung im Kinderschutz - Handreichung NZFH - https://www.fruehehilfen.de/fileadmin/user_upload/fruehehilfen.de/pdf/Publikation-NZFH-Fallarbeit-im-Kinderschutz-reflektieren-Handreichung-bf.pdf
[3] Fallbesprechungen in der Kita - Bildungsheldinnen - https://www.bildungsheldinnen.com/p/fallbesprechungen-in-der-kita
[4] Lösungserschaffende Fallbesprechungen - Wolters Kluwer - https://www.wolterskluwer.com/de-de/expert-insights/loesungserschaffende-fallbesprechungen
[5] Kollegiale Fallberatung in Kita und Schule - Erzieher-Kanal - https://erzieher-kanal.de/kollegialefallberatung/
[6] Fallbesprechung - methoden-kartothek.de - https://www.methoden-kartothek.de/index.php?article_id=2&cat=aktionsform&cardid=26
[7] Kollegiale Beratung in pädagogischen Teams - Kita-Handbuch - https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/kita-leitung-organisatorisches-teamarbeit/kita-leitung-und-teamarbeit/kollegiale-beratung-in-paedagogischen-teams/
[8] Kollegiale Beratung im pädagogischen Team - Bertelsmann Stiftung - https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Fruehkindliche_Bildung/Leitfaden_Weiterbildung_force_download/Kollegiale_Beratung_im_pa__dagogischen_Team.pdf
[9] Fallbesprechung im Kinderschutz - Kinderschutz in NRW - https://www.kinderschutz-in-nrw.de/fachinformationen/materialien/sammlung/fallbesprechung-im-kinderschutz/